Der „natürliche Feind“ des Satellitendirektempfangs, Part I – Kosten
Die Zeiten ändern sich, die Probleme bleiben dieselben. Wen ich mit dem „natürlichen Feind“ meine? Natürlich das Kabel. Das war im Jahr 1992 so und ist es heute immer noch. Ich möchte das Thema nicht zu sehr ausweiten, aber hier mal meine persönliche Meinung zu den Vor- und Nachteilen beider Empfangsarten darstellen.
Fangen wir mit den Kosten an. Dabei unterteilen wir das in analog und digital. Analog wird zwar via Satellit nur noch von 5 Mio. Haushalten in Deutschland empfangen, aber man muss es vergleichbar machen, da im Kabel analog nach wie vor der hauptsächliche Übertragungsweg ist.
Gehen wir mal davon aus, dass heutzutage jemand noch eine analoge Anlage bauen lässt. Materialkosten hätten wir ca. € 200,- (Antennenkabel lassen wir mal außen vor, braucht man beim Kabelanschluss ja auch). Dazu geschätzte € 100,- Installationskosten. Macht unterm Strich also € 300,-. Ein analoger Kabelanschluss kostet monatlich zwischen € 10,- bis € 20,-. Nehmen wir den Durchschnitt von € 15,- an. D.h., die Satanlage hat sich nach nur 20 Monaten amortisiert. Ich kenne Leute, die betreiben seit 1991 dieselbe Anlage mit demselben Receiver, aber gehen wir mal der Einfachheit halber davon aus, dass alle 10 Jahre die Anlage komplett erneuert würde. Wir hätten also eine Lebensdauer von 120 Monaten, 20 ziehen wir ab und stellen also fest, dass wir die Kabelgebühren für 100 Monate = € 1.500,- gespart haben. Da kann man mit Mutti zum Hochzeitstag schon mal schön warm essen gehen. Bei einer Mehrteilnehmeranlage für mehrere Wohneinheiten (die sogenannte Sat-ZF-Blockverteilung) fällt dieser Vergleich natürlich noch wesentlich krasser aus. Man könnte jetzt vielleicht gegenhalten, dass ich einen Kabelanschluss theoretisch fast endlos „multiplizieren“ kann. Das sehen die KNB (Kabelnetzbetreiber) sicher etwas anders
und technisch sind dem auch Grenzen gesetzt. Im Übrigen kann man das mit einer Satanlage theoretisch auch machen, wobei hier, zumindest im analogen Bereich, beim Kabel der Vorteil liegt, dass man keine Receiver benötigt.
Im digitalen Bereich fällt die gesamte Rechnung noch viel krasser aus. Die Installationskosten bleiben bei Sat in etwa dieselben. Beim Kabel kommen jetzt hier aber auch die Kosten für einen Receiver/Set Top Box dazu und dieses Mal auch wirklich für jede Empfangsstelle im Haus. Dann wollen wir mal rechnen: Bei Sat bleibt preislich alles beim Alten. Bei Kabel kommt jetzt jedoch noch ein Aufschlag von durchschnittlich € 10,- pro Monat dazu. Wohlgemerkt – ohne wesentlich mehr Programme zu empfangen. Daraus ergeben sich Kosten von € 300,- pro Jahr. Da wir jetzt im Vergleich nur noch die Außeneinheit zum Ansatz bringen dürfen, da DVB-C und DVB-S Boxen in etwa dasselbe kosten, beträgt der einmalige Aufwand für die Satanlage lediglich noch ca. € 200,-. Das wiederum bedeutet, dass sich die Satanlage schon in 8 Monaten amortisiert hat. Für eine Mehrteilnehmeranlage stellt sich das noch einmal verschärfter als beim analogen Empfang dar, da sich die Kosten für die Außeneinheit und die Sat-ZF Blockverteilung noch durch die Anzahl der Teilnehmer teilen. Ich glaube, das ist keine Milchmädchenrechnung und kann von Millionen Anlagenbesitzern so bestätigt werden. Was am Ende dann fürs Geld zu sehen ist, beschäftigt mich im nächsten Teil.


Twitter