Der „natürliche Feind“ des Satellitendirektempfangs, Part II – Qualität

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Kommen wir zum Thema Qualität. Hier wird von den KNB gerne behauptet, dass der Kabelempfang wetterunabhängig ist. Diese Behauptung ist schlicht und ergreifend falsch.

Heutzutage holen alle KNB ihr Signal von Satelliten. Wenn also Wetterbedingungen vorherrschen, die eine Übertragung von Mikrowellen erschweren, wird sich das hier ebenso auswirken. Sicher haben diese Kopfstationen größere Reserven durch größere Spiegel, Spiegelheizungen gegen Eis und Schnee und auch qualitativ extrem hochwertige Empfangselektronik. Das Ganze nützt aber gar nichts, wenn im Empfangsgebiet z.B. schwere Gewitter herrschen. Dann geht eben nichts mehr. Bei einer korrekt dimensionierten und eingestellten privaten Satanlage, sollte es auch nur in den seltensten Fällen zu Ausfällen oder Störungen kommen. Wenn Spiegel nicht erreichbar sind, würde ich hier auch den Einbau einer Spiegelheizung empfehlen. Ansonsten nimmt man bei extremem Schneefall eben mal einen Besen und befördert den Schnee heraus. Das einzige schlecht lösbare Problem in diesem Fall ist gefrierender Regen auf der Spiegeloberfläche. Hier geht dann wirklich nichts mehr und man muss sich mit einem Fön behelfen. Diese Situationen treten aber so selten ein, dass man sie getrost vernachlässigen kann. Ich wohne im Gebirge und wir haben uns die letzten Winter nicht über Schneemangel beklagen müssen, aber ich musste nie etwas am Spiegel machen, auch wenn mal Schnee im Spiegel oder auf dem Feedarm gelegen haben, gab es keine Empfangsprobleme.

Stellt bei der Satellitenübertragung die Entfernung (ca. 36.000 km) zwischen der geostationären Umlaufbahn und dem Empfänger das Problem dar, sind es beim Kabel eben das Kabel, bzw. dessen Länge und die immer wieder notwendigen Zwischenverstärker und sonstigen Bauteile. Dazu kommt die Enge im Kabel, die es notwendig macht, die Kabelnetze auf höhere Frequenzen zu erweitern. Höhere Frequenzen lassen sich schlechter übertragen, d.h. an die Komponenten werden noch höhere Anforderungen gestellt und dabei sind nicht nur die der KNB, sondern auch in den einzelnen Haushalten gemeint. Wozu das führt, sieht man bei vielen Abonnenten im Kabel, nämlich schlicht und ergreifend zu miserabler (analoger) Bild- und Tonqualität. Hat man Glück und der jeweilige KNB kümmert sich darum und löst das Problem ist das noch okay. Aber oft ist es so, dass die KNB die Schuld auf ihre Kunden abwälzen und dann steht man quasi im Regen.

Alles Geschrieben trifft so auf den analogen Übertragungsweg zu. Im digitalen Bereich sollte es, zumindest rein theoretisch, keinen Unterschied bei der Empfangsqualität zwischen Sat und Kabel geben. Anders sieht das dann beim Programmangebot aus. Prinzipiell sei hier festzuhalten, dass man, egal ob Sat oder Kabel, immer davon abhängig ist, was an der Quelle (Satellit oder Kabelkopfstation) eingespeist wird. Dem Ganzen sind zuallererst physikalische Grenzen gesetzt. Zuerst ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass im Kabel ein Übertragungsbereich von ca. 800 MHz zur Verfügung steht, im Satbereich dagegen ca. 2 GHz, also etwa das Zweieinhalbfache vom Kabel. Hier könnten die Entwicklungen aber durchaus noch einen größeren Bereich ermöglichen. Was hier im Kabelbereich möglich ist, kann ich schlecht beurteilen, aber es wird verdammt schwierig und teuer, Programme im Kabel über große Entfernung in Bereichen über 800 MHz zu übertragen. (Hier kommen dann eher andere Möglichkeiten, wie IPTV infrage, aber das ist ein ganz anderes Thema.) Wie das genau aussieht ist Thema des dritten Teils.

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