Der „natürliche Feind“ des Satellitendirektempfangs, Part III Übertragungskapazitäten
Schauen wir uns aber mal an, was für Kapazitäten theoretisch via Satellit zur Verfügung stehen. Ein analoger Transponder/Sender benötigt eine Bandbreite von 30 MHz. Das bedeutet, dass über den gesamten Bereich von 2 GHz 67 Transponder zur Verfügung stehen.
Durch die Unterteilung in vertikale und horizontale Polarisation wird die Bandbreite quasi verdoppelt. Damit stehen theoretisch 135 Transponder zur Verfügung. Da es möglich ist, auf einem analogen Transponder ca. 10 digitale Programme in SD (Standard Definition) Qualität zu übertragen, wären 1.350 digitale Programme möglich. Gehen wir davon aus, dass sich die Anzahl der Programme in HD (High Definition) sukzessive erhöht, sagen wir mal auf 50 %, ergibt sich folgendes Bild. Auf einen analogen Transponder passen 3 HD Programme. Das wären unterm Strich dann ca. 200 HD und 700 SD Programme. Das sollte doch eigentlich ausreichen, aber ist immer noch nicht das Ende der Fahnenstange! Bisher reden wir ja nur von einer einzigen Orbitposition. Es ist aber ohne großen Aufwand möglich, vier verschiedene Positionen gleichzeitig zu empfangen. Hier mag jetzt jeder selber rechnen, was geht
.
Wie sieht das jetzt im Kabel aus? So ganz eindeutig lässt sich das nicht beantworten, da das stark abhängig von den Multiplexen und der Modulationsart ist. Das ist von KNB zu KNB unterschiedlich. Teilweise setzt sogar ein einzelner KNB unterschiedliche Modulationsarten ein (z.B. Kabel Deutschland QAM 256, aber auch noch QAM 64). Fakt ist aber, dass ein Kanal eine Bandbreite von nur ca. 8 MHz hat, also etwas mehr als ein Viertel eines Satellitentransponders. Dazu kommt, dass auch nicht alle Kanäle genutzt werden können, da sie für andere Dienste reserviert sind, z.B. das UKW-Band von 87,5 – 108 MHz oder die Kanäle 1 – 12, die für analoge Übertragung reserviert sind. Man sieht also, was bei Sat möglich ist, erscheint bei Kabel utopisch. Als Beispiel sei hier kurz die Struktur von Kabel Deutschland erwähnt. Hier gibt es aktuell ca. 46 analoge Programme, ca. 120 frei empfangbare digitale und ca. 80 Pay TV Kanäle in unterschiedlichen Paketen in SD Qualität und, dort wo empfangbar, 3 in HD. Betrachtet man nur mal die Transponderbelegung von Astra 19,2° Ost findet man ca. 240 frei empfangbare SD Programme (analog lasse ich bei Sat mal außen vor, weil die immer weniger werden), 8 frei empfangbare HD Programme, ca. 100 Pay TV Programme in SD und 12 in HD. Die Zahlen sollten für sich sprechen. Man möge auch nicht vergessen, dass hier nur eine einzige Orbitposition angesprochen ist. Eine Satanlage ist jederzeit erweiterbar, aber es gibt in einem Gebiet auch immer nur einen Kabelanbieter. Hier müssen wir uns dann mit dem Einspeiseverhalten beschäftigen und tun das im vierten und letzten Teil.


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